Informationen

Im Krankheitsfall

  • Notarzt: 112
  • Der Ärztliche Bereitschaftsdienst: 116 117
  • Bereitschaftsdienstpraxis für Kinder: 0511 8115 3300
    (im Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover)
  • Bereitschaftsdienstpraxis Neustadt am Rübenberge: 05032 880
    (im Klinikum Neustadt am Rübenberge, Lindenstr. 75, 31535 Neustadt am Rübenberge)
  • Giftinformationszentrum: 0551 19240
  • Apothekennotdienst

Von A bis Z

Fachärzte sind verpflichtet, einen Bericht an den Haus-/Kinderarzt zu senden - dies gilt auch, wenn keine Überweisung vorliegt.

Rechtsgrundlage dafür ist § 73 Abs. 1b SGB V: “Die einen Versicherten behandelnden Leistungserbringer sind verpflichtet …, die den Versicherten betreffenden Behandlungsdaten und Befunde mit dessen Zustimmung zum Zwecke der bei dem Hausarzt durchzuführenden Dokumentation und der weiteren Behandlung zu übermitteln.”

Die Bindehautentzündung ist eine häufige Erkrankung, vor allem im Kleinkindalter. Man kann sie als den “Schnupfen des Auges” betrachten.

Die Behandlung erfolgt zunächst (für etwa 3 Tage) symptomatisch: mehrfach täglich die Augen außen säubern mit Leitungswasser und einem frischen Tüchlein, z. B. Wattepad.

Eine antibiotische Behandlung ist nur selten notwendig. Bei gutem Befinden und ohne Fieber ist auch der Besuch der Kindertagesstätte möglich (siehe Informationsblatt des Gesundheitsamtes Hannover).

Eine Vorstellung in der Praxis sollte erfolgen bei Schwellung/Rötung des Ober- oder Unterlides und bei Versagen der symptomatischen Therapie.

Eine ausreichende Versorgung mit Eisen ist wichtig für die Blutbildung. Es gibt auch Hinweise, dass Eisen für die Gehirnentwicklung und für das Immunsystem wichtig ist.

Tierische Lebensmittel

Das Eisen aus tierischen Lebensmitteln wird vom Körper besonders gut aufgenommen:

  • Rindfleisch enthält das meiste Eisen
  • Dunkles Geflügelfleisch (z. B. Schenkel) hat einen mittleren Eisengehalt
  • Schweinefleisch und helles Geflügelfleisch haben einen geringeren Eisengehalt
  • Eigelb hat einen ähnlich hohen Eisengehalt wie Rindfleisch
Pflanzliche Lebensmittel

Gute pflanzliche Eisenquellen sind:

  • Nüsse und Samen (Kürbiskerne, Sesamsamen, Mandeln, Haselnüsse, Cashewkerne)
  • Hirse und Hafer
  • Hülsenfrüchte wie weiße Bohnen, Kidneybohnen, Kichererbsen und Sojabohnen (auch als Tofu oder Tempeh)
  • Bestimmte Gemüsesorten wie Spinat, Mangold, Grünkohl, grüne Erbsen, Rote Beete und Brokkoli
Ein wichtiger Tipp

Die Aufnahme des Eisens wird deutlich verbessert, wenn man gleichzeitig Vitamin C zu sich nimmt. Dies gilt sowohl für tierische als auch für pflanzliche Lebensmittel.

Gute Vitamin-C-Quellen sind:

  • Vitamin-C-reiches Gemüse wie Paprika oder Brokkoli
  • Obst wie Orangen, Zitronen oder Kiwis

Ein Glas Orangensaft zum Essen oder frisches Obst als Nachtisch kann die Eisenaufnahme bereits deutlich verbessern!

Fieber ist ein häufiges Symptom bei Kindern und kann zur Verunsicherung führen.

  • Die Elternleitlinie Fieber informiert ausführlich über Fieber und den Umgang damit.
  • Die FeverApp hat viele Informationen über Fieber, gibt Hilfe für den Umgang damit und es kann ein Fieber-Tagebuch geführt werden. Laden Sie hier die App herunter, dann ist unser Praxiscode 0595 gleich hinterlegt. Es wird Ihr persönlicher Familiencode generiert, der auf mehreren Geräten in der Familie nutzbar ist. Wichtig: Bitte bewahren Sie diesen Familiencode gut auf.
Hinweis

Die Ausführungen in Kapitel 15 “Ganzheitlich unterstützen” der Infothek teile ich nicht gänzlich - insbesondere für homöopathische Medikamente gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis über den Placebo-Effekt hinaus.

Einige Kindertagesstätten verlangen ein ärztliches Attest, dass der Besuch der Kindertagesstätte nach einer Erkrankung wieder möglich ist. Dies betrifft vor allem einfache Erkrankungen wie Hand-Mund-Fuß-Erkrankung oder Bindehautentzündungen.

Dies ist aus verschiedenen Gründe keine gute Regelung:

  • Das Infektionsschutzgesetz regelt gesetzlich, für welche Erkrankungen eine Attestpflicht vor einem erneuten Besuch der Kindertagesstätte besteht. Einfache Erkrankungen gehören nicht dazu.
  • Gelegentlich wird ein ärztliches Attest gefordert, das bestätigt, dass eine Erkrankung nicht (mehr) ansteckend ist. Dies ist gerade bei der Hand-Mund-Fuß-Erkrankung medizinisch nicht sinnvoll, da bekannt ist, dass die Bläschenflüssigkeit zwar sehr infektiös ist, aber das Virus auch teils über mehrere Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden wird.
  • Die (kinder-)ärztliche Versorgung betrifft erkrankte Menschen und Vorsorgemaßnahmen bei Gesunden – „Gesundschreibungen“ dienen im allgemeinen nicht der unmittelbaren Patientenversorgung.

Siehe auch die Wiederzulassungskriterien des Gesundheitsamtes Hannover

Hinweis

Bescheinigungen für den Arbeitgeber der Elternteile (sog. „Kindkrank-Meldung“) werden selbstverständlich ausgestellt.

Die Hand-Mund-Fuß-Erkrankung ist eine häufige Erkrankung des Kleinkindalters.

Bei gutem Befinden, ohne Fieber und ohne Bläschen (Hinweis: Bläschen sind gefüllt mit Flüssigkeit) ist der Besuch der Kindertagesstätte weiterhin möglich (siehe Wiederzulassungstabelle des Gesundheitsamtes Hannover).

Eine Vorstellung in der Praxis sollte erfolgen bei schlechtem Befinden, Schwierigkeiten/Schmerzen beim Trinken oder bei starkem Juckreiz.

Für besonders dringliche Überweisungen gibt es seit 01.01.2023 eine neue Möglichkeit: der Hausarztvermittlungsfall.

Die Regeln dafür sind:

  • Der Hausarzt entscheidet über die medizinische Notwendigkeit eines Vermittlungsfalles.
  • Der Hausarzt vereinbart einen konkreten Termin mit der Facharztpraxis direkt selbst und teilt diesen dem Patienten mit.

Nicht zulässig sind Anforderungen eines Hausarztvermittlungsfalles durch eine Facharztpraxis oder wenn bereits ein Termin durch den Patienten vereinbart wurde (siehe diese Informationen der Kassenärztlichen Vereiningung Niedersachsen).

Hier findet sich eine Zusammenfassung.

Ein Kinderarztbesuch ist für viele Kinder aufregend. Nicht nur wegen der Untersuchung, sondern weil vieles neu, unklar und manchmal körpernah ist. Kinder reagieren dann weniger „vernünftig“ als Erwachsene – sie verarbeiten Worte oft bildhaft. Genau deshalb hat Sprache so viel Wirkung: Sie kann Sicherheit aufbauen – oder unbeabsichtigt Angst verstärken.

Die Macht der Sprache – ganz kurz erklärt

In Stressmomenten sucht das Gehirn nach „Gefahrensignalen“. Bestimmte Formulierungen können solche Signale auslösen, obwohl sie gut gemeint sind. Dazu gehören besonders:

  • Verneinungen („Keine Angst“, „Tut nicht weh“): Im Kopf bleibt oft das starke Wort hängen – „Angst“, „weh“.
  • Verkleinerungen („nur ein bisschen“, „ganz kurz“): Kinder spüren, dass etwas nicht stimmt („Warum sagt man das extra?“). Das wirkt schnell unsicher oder unehrlich.
  • Grundlose Beruhigungen („Der Arzt ist ganz lieb“): Wenn das Kind die Person nicht gut kennt, ist das keine echte Information. Es kann eher verunsichern („Warum muss das gesagt werden?“).
  • Zeitversprechen („gleich vorbei“): Wenn es dann doch länger dauert, leidet das Vertrauen.

Hilfreich sind dagegen Sätze, die:

  • klar und ehrlich sind (ohne Details, die Angst machen),

  • Kontrolle geben (Wahlmöglichkeiten),

  • Beziehung stärken („Wir bleiben da“, „Wir helfen“),

  • den Fokus auf etwas Gutes lenken (Gespräch, Fantasie, Aufgabe).

Kurz-Checkliste für Eltern

Drei Dinge, die oft helfen
  • Ruhige Stimme und entspannter Körper: langsam sprechen, weich atmen, Schultern locker.
  • Wahlmöglichkeiten anbieten (die beide zum Ziel führen): „auf dem Schoß oder auf dem Stuhl“, „hinschauen oder wegschauen“, „mit Countdown oder ohne“.
  • Fokus halten: Gedanklich beim Kind sein, nicht bei der Handlung (wie Untersuchung, Impfung, Blutentnahme).
Drei Dinge, die oft eher schaden
  • „Keine Angst”, „tut nicht weh“
  • „Nur kurz”, „nur ein bisschen“
  • „Wenn du brav bist, dann …“ (macht Nähe und Trost abhängig vom Verhalten)

Vorbereitung zu Hause

Grundprinzipien für zu Hause
  • Kurz, konkret, ehrlich: keine langen Erklärungen, keine dramatischen Details.
  • Keine Überraschungen: Was wahrscheinlich passiert, darf angekündigt werden – ohne Angstworte.
  • Rolle der Eltern: Sicherheit entsteht weniger durch „es ist nichts“, sondern durch: „Jemand bleibt da und hilft.“
Vorsorgeuntersuchung
Ungeeignet (Beispiel) Warum ungünstig Geeignet (Beispiel) Warum hilfreich
„Du brauchst keine Angst zu haben.“ „Angst“ wird innerlich aktiv; Verneinung wirkt schlecht „Morgen schauen wir, wie es deinem Körper geht. Mama/Papa ist die ganze Zeit bei dir.“ Klar, beziehungsorientiert, ohne Angstwort
„Das ist nur ein bisschen unangenehm.“ „nur“ + „unangenehm“ erhöht Alarm „Es kann sein, dass sich manche Dinge ungewohnt anfühlen. Wir sagen vorher, was als Nächstes kommt.“ Ehrlich, kündigt Orientierung an
„Der Doktor ist ganz lieb.“ Grundlos, wenn Kind die Person nicht (gu)t kennt „In der Praxis gibt es Menschen, die Kindern helfen. Und Mama/Papa bleibt bei dir.“ Beziehung statt Bewertung; echte Sicherheit
„Wenn du mitmachst, gibt’s nachher …“ Trost/Bindung wird zur Bedingung „Nach dem Termin ist ohnehin unsere Zeit: Dann machen wir noch etwas Schönes zusammen.“ Unabhängig vom Verhalten; nimmt Druck

Idee für Kinder zwischen 2 und 6 Jahren:
Eine „Team“-Formulierung: „Wir gehen als Team hin.”

Akutvorstellung wegen Infekt etc.
Ungeeignet (Beispiel) Warum ungünstig Geeignet (Beispiel) Warum hilfreich
„Das tut nicht weh, der Arzt schaut nur kurz.“ „nicht weh“ + „nur“ sind typische Nocebo-Muster „Der Arzt schaut, woher der Husten/das Aua kommt. Mama/Papa ist nah bei dir.“ Sinn; Beziehung
„Reiß dich zusammen, das ist doch nichts.“ Beschämt; Kind fühlt sich allein „Kranksein ist anstrengend. In der Praxis finden wir heraus, was dir hilft.“ Validiert; Richtung
„Wenn du weinst, dauert es länger.“ Druck, Drohung, Kontrollverlust „Weinen ist okay. Mama/Papa bleibt da und hilft beim Atmen und Halten.“ Erlaubnis; Co-Regulation
„Du musst stillhalten.“ „müssen“ triggert Widerstand „Du kannst auf Mamas/Papas Schoß sitzen. Die Arme bleiben in der Umarmung – das hilft beim Ruhigbleiben.“ Konkrete Körperhilfe statt Befehl
Impftermin (auch wenn evtl. keine Impfung ansteht)

Viele Kinder bringen „Impfangst“ mit – manchmal sogar, wenn gar keine Impfung geplant ist.

Ungeeignet (Beispiel) Warum ungünstig Geeignet (Beispiel) Warum hilfreich
„Heute gibt es bestimmt keine Impfung!“ Kann unwahr sein; Vertrauen leidet „Heute geht es erst einmal ums Anschauen und Besprechen. Falls eine Impfung dran ist, wird das vorher gesagt.“ Ehrlich; planbar
„Das ist nur ein kleiner Pieks.“ „nur“ + Erwartung von Schmerz „Manche Kinder merken kurz Druck oder Kribbeln. Mama/Papa hilft dir beim Pusten.“ Realistisch; Bewältigungsstrategie
„Der Arzt macht das schnell, also ist es nicht schlimm.“ Geschwindigkeit ersetzt nicht Sicherheit „In der Praxis sagen wir Schritt für Schritt, was passiert. Und du darfst wählen: hinschauen oder wegschauen.“ Kontrolle; Struktur
„Wenn du tapfer bist, gibt’s ein Eis.“ Bedingung, Leistungsdruck „Nach dem Termin ist Familienzeit. Ein Eis kann einfach ein Dienstag-Eis sein.“ Unabhängig vom Verhalten

Wenn ein Kind fragt: „Gibt es heute Piekser?“
Mögliche Antwort (ohne Lügen, ohne Details):
- „Heute ist ein Termin zum Anschauen. Wenn etwas dran ist, sagen wir es vorher. Und Mama/Papa bleibt bei dir.“

Blutentnahme

Hier ist besonders wichtig: ehrlich ohne Angstworte, plus Plan und Rolle der Eltern.

Ungeeignet (Beispiel) Warum ungünstig Geeignet (Beispiel) Warum hilfreich
„Da passiert nichts.“ Unwahr; Vertrauensbruch „Wir brauchen ein kleines Röhrchen Blut, damit wir wissen, was deinem Körper hilft.“ Sinn; Ehrlichkeit
„Das tut nicht weh.“ „weh“ wird aktiviert; oft nicht haltbar „Du merkst, dass am Arm etwas gemacht wird. Manche spüren Druck oder Ziehen. Wir helfen dir dabei.“ Realistisch; beruhigend ohne Verneinung
„Du darfst nicht weinen.“ Unterdrückt, erhöht Stress „Weinen ist okay. Gleichzeitig kann Pusten helfen, damit der Körper ruhiger bleibt.“ Erlaubnis; Bewältigungsstrategie
„Halt still, sonst klappt’s nicht.“ Drohung, Schuldzuweisung „Wir machen eine feste Umarmung, damit der Arm ruhig bleiben kann.“ Lösung statt Druck

In der Praxis: hilfreiche elterliche Kommunikation

Grundprinzipien in der Praxis
  • Erst Verbindung, dann Handlung: Blickkontakt, Name, kurze Team-Ansage: „Mama/Papa bleibt nah. Wir machen das zusammen.“
  • Comfort-Position: eine „große Umarmung“, die Halt gibt.
  • Eltern-Regulation: Kinder „lesen“ den Körper der Eltern. Ruhige Atmung und eine klare, freundliche Stimme wirken stärker als viele Worte.
  • Fokus: Das Elternteil übernimmt Ablenkung und bleibt dabei (Fragen stellen, Geschichte führen). Kein „mitschauen“.
Vorsorgeuntersuchung
Ungeeignet (Beispiel) Warum ungünstig Geeignet (Beispiel) Warum hilfreich
„Jetzt stell dich nicht so an.“ Beschämung, Widerstand „Das ist ungewohnt. Mama/Papa ist da. Es geht Schritt für Schritt.“ Beziehung; Struktur
„Keine Angst, das ist gar nichts.“ Angstwort + Verneinung „Wo sitzt du am liebsten – auf dem Schoß oder auf dem Stuhl?“ Kontrolle gibt Sicherheit
„Wenn du ruhig bist, sind wir schneller fertig.“ Druck, Bedingung „Dein Körper darf ruhig werden. Mama/Papa atmet langsam mit dir.“ Co-Regulation statt Leistung
„Schau, der Arzt ist lieb.“ Unbegründete Bewertung „Der Arzt spricht erst mit dir. Und Mama/Papa bleibt bei dir.“ Beziehung; Augenhöhe; Plan
Akutvorstellung wegen Infekt etc.
Ungeeignet (Beispiel) Warum ungünstig Geeignet (Beispiel) Warum hilfreich
„Mach den Mund auf, das ist nicht schlimm.“ Befehl + Verneinung „Der Arzt schaut kurz nach deinem Hals. Mama/Papa hält dich dabei im Arm.“ Ankündigung; Halt
„Hör auf zu weinen, sonst wird’s schlimm.“ Drohung, eskaliert „Tränen dürfen da sein. Gleichzeitig hilft langsames Pusten.“ Erlaubnis; Werkzeug
„Du musst stillhalten.“ „müssen“ triggert Kampf „Wir machen die Umarmung, damit Kopf und Arme ruhig bleiben.“ Körperliche Lösung
„Siehst du, war doch gar nichts.“ Nachträglich entwertend „Du hast das geschafft. Das war anstrengend – und jetzt ist es vorbei.“ Anerkennt Belastung; stärkt Selbstwirksamkeit

Impfung
Ungeeignet (Beispiel) Warum ungünstig Geeignet (Beispiel) Warum hilfreich
„Das ist nur ein kleiner Pieks.“ „nur“ und Erwartungsfokus „Du merkst gleich kurz Druck oder Kribbeln. Mama/Papa hilft dir beim Pusten.“ Realistisch; Coping
„Guck mal weg, ist besser so.“ Entzieht Kontrolle „Möchtest du hinschauen oder wegschauen?“ Kontrolle reduziert Angst
„Nicht bewegen!“ Alarm, Schuld „Die Beine/Arme bleiben in der Umarmung ganz ruhig. Das hilft uns.“ Konkretes „Wie“
„Wenn du tapfer bist, bekommst du …“ Bedingung „Nach dem Termin machen wir noch etwas Schönes. Egal wie laut/leise es wird.“ Sicherheit ohne Leistungsdruck

Bei Mehrfachimpfungen:
Hilfreich ist ein ruhiger Satz, der Orientierung gibt, ohne zu drohen:
- „Es gibt heute mehr als eine Stelle, an der der Impfstoff kommt. Mama/Papa bleibt bei dir und hilft bei jedem Schritt.“

Blutentnahme

Hier hilft besonders: Plan, Kontrolle, Fokus.

Ungeeignet (Beispiel) Warum ungünstig Geeignet (Beispiel) Warum hilfreich
„Das ist gleich vorbei.“ Zeitversprechen unsicher „Wir machen das Schritt für Schritt. Mama/Papa bleibt bei dir, bis alles fertig ist.“ Verlässlich
„Das tut nicht weh.“ häufig nicht haltbar „Du merkst, dass am Arm gearbeitet wird. Druck/Ziehen kann kurz auftauchen.“ Ehrlich ohne Angstwort
„Halt still, sonst klappt’s nicht.“ Schuld, Druck „Wir nehmen die Umarmungs-Position, damit der Arm ruhig bleibt.“ Lösung
„Schau mal, da kommt Blut!“ Fokus auf Reiz „Schau mal hier: Welche Farbe hat das Bild? Welche Tiere findest du?“ Fokus weg von der Handlung

Eltern-Regulation konkret (währenddessen):

  • langsam und tief atmen, Stimme leiser machen

  • Blick beim Kind lassen

  • eine Aufgabe führen: „Wir pusten gemeinsam – lang aus, noch länger aus …“


Extra: Wenn ein Kind schon schlechte Erfahrungen hat (vor allem zu Hause vorbereiten)

Manche Kinder kommen mit „alter Angst“ in die Praxis – oft ausgelöst durch Sätze wie „tut nicht weh“ oder durch das Gefühl, ausgeliefert zu sein.

Was zu Hause besonders hilft
  • Erfahrung ernst nehmen: „Beim letzten Mal war das schwer.“
  • Neuen Plan anbieten: „Diesmal machen wir es als Team: auf dem Schoß, wir pusten, du entscheidest: hinschauen oder wegschauen und mit Coundown oder ohne.“
  • Selbstwirksamkeit stärken: „Du darfst sagen, was dir hilft: pusten, zählen, drücken, Hand halten.“
  • Keine Angst vor der Angst: Angst darf da sein, ohne dass sie „bestimmt“ was passiert. „Die Angst kann dir egal sein”.
Beispiele bei „Impfangst“, obwohl keine Impfung geplant ist
Ungeeignet Warum Geeignet Warum
„Quatsch, heute passiert nichts.“ entwertet, kann unwahr sein „Die Sorge ist da. In der Praxis wird vorher gesagt, was dran ist. Mama/Papa bleibt bei dir.“ ernst nehmen; Plan
„Wenn du jetzt damit anfängst, gehst du erst recht nicht hin.“ Druck, Eskalation „Sorgen dürfen mitkommen. Gleichzeitig gehen wir hin, damit es dir besser geht.“ akzeptiert Gefühl; bleibt handlungsfähig

Hinweis zu Belohnung und Lob

Belohnungen sind nicht „verboten“ – entscheidend ist die Botschaft.

  • Ungünstig: „Wenn du brav bist, dann …“
    → macht Nähe/Trost abhängig von Leistung.
  • Günstiger:
    • ressourcenorientiert: „Du hast Hilfe angenommen. Du bist drangeblieben.“
    • oder unabhängig: „Nach dem Termin ist Familienzeit. Ein Eis kann einfach ein Dienstag-Eis sein.“

Wichtiger Hinweis:

Kinder sind unterschiedlich, und nicht jede Strategie passt immer. Bei dringenden medizinischen Situationen können andere Prioritäten gelten.

Gemäß dem Infektionsschutzgesetz muss vor der Erstaufnahme in eine Kindertagesstätte nachgewiesen werden, dass „zeitnah“ (nicht genauer definiert) ein ärztliche Impfberatung stattgefunden hat. Dieser Nachweis kann mithilfe der Teilnahmekarte des Gelben Heftes erfolgen, auf der diese Impfberatung unten bescheinigt wird (siehe auch hier). Aufgrund der derzeitigen Engpässe in der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen stellen wir diese Bescheinigungen nicht aus.

  • Inhalationen mit Medikamenten können notwendig sein bei obstruktiver Bronchitis, hyperreagiblem Bronchialsystem oder bei Asthma bronchiale.
  • Inhalation mit Salbutamol (verschiedene Präparatenamen, z. B. Sultanol oder Ventolin) sind bei akuten Beschwerden sinnvoll, z. B. 4 x 2 Hub/Tag.
  • Inhalation mit einem Kortikosteroid (oft “Cortison” genannt, z. B. Fluticason [Präparatename z. B. Flutide] oder Beclomethason [Handelsname z. B. Ventolair]) sind eine Dauertherapie - oft für Monate oder länger, z. B. 2 x 1 Hub/Tag.
  • Anleitung zur Inhalation mit Inhalierhilfe (auch Spacer, Vortex oder Aerochamber genannt): schriftlich oder als Video mit Mundstück oder als Video mit Maske.
  • Anleitung zur Inhalation mit Diskus: schriftlich oder als Video.
  • Videos mit Anleitungen in anderen Sprachen finden sich hier.

Diese Tipps sollen helfen, Entzündungen im Intimbereich zu behandeln und eine erneute Erkrankung zu vermeiden.

Die richtige Sitzposition auf der Toilette

Normale Toilettenbrillen sind für Kinder zu groß: das Gesäß taucht in die Öffnung ein, die Füße erreichen den Boden nicht und die Kinder müssen sich mit den Händen festhalten.

Um dies zu verbessern gibt es 2 praktische Lösungen:

  • Toilettensitz-Aufsatz und einen Hocker für die Füße bereitstellen.
  • Die “Pippi-Langstrumpf-Position”: Das Kind sitzt mit Blick zur Wand (also “verkehrt herum”) auf der Toilette. Diese Haltung spreizt die Oberschenkel, so dass der Urin gut abfließen kann. Der Zugang zum Intimbereich ist besser, das erleichtert die Reinigung
Wasserlassen
  • Geduldig sein beim Wasserlassen
  • Beine gut spreizen, um Urinrückfluss in die Scheide zu vermeiden
  • Die letzten Tropfen mit weichem Toilettenpapier abtupfen (nicht wischen) und gründlich trocknen
Stuhlgang
  • Wichtige Wischregel: Immer von vorne nach hinten wischen (von der Scheide weg zum Po)
  • Die Reinigung sollte über den Rücken erfolgen, nicht zwischen den Beinen hindurch
  • Toilettenpapier nach jedem Wischen sofort in die Toilette werfen. Niemals gebrauchtes Papier zusammenfalten und nochmals verwenden
Zusätzliche Hygiene-Empfehlungen
  • Keine Seifen im Intimbereich verwenden, nur klares Wasser zur Reinigung
  • Kleidung: Baumwolle bevorzugen, keine zu enge Kleidung tragen (wie Leggins), nachts Nachthemd ohne Unterhose tragen, nasse Badekleidung sofort wechseln
  • Baden: Auf Badezusätze und Schaumbäder verzichten
  • Duschen: Die Haare beim Duschen waschen, statt in der Badewanne zu sitzen, um Kontakt mit schmutzigem, seifigem Wasser zu vermeiden
  • Sitzbäder: Bei Beschwerden helfen Sitzbäder in lauwarmem Wasser (je nachdem ohne Zusätz oder mit Zusatz wie unaromatisierter Schwarztee oder Gerbstoffe wie Tannolact oder Tannosynt) für 10 Minuten, 2-3 mal täglich
  • Trocknen: Den Intimbereich nach dem Baden/Duschen vorsichtig trocken tupfen oder mit einem Föhn auf kühler Stufe trocknen

Manche Kindertagesstätten verlangen vor Aufnahme eine ärztliche Bestätigung, dass Ihr Kind keine ansteckenden Krankheiten hat. Diese Untersuchungen führen wir aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) durch:

  • Diese Untersuchung ist keine Aufgabe der vertragsärztlichen Versorgung. Die Situation in der Kinder- und Jugendmedizin ist bereits ziemlich angespannt, und es ist schwer, zusätzliche Untersuchungen in unseren ohnehin knappen Zeitplan zu integrieren.
  • Das entsprechende Gesetz (Niedersächsisches Gesetz über Kindertagesstätten und Kindertagespflege) schreibt solche Untersuchungen nicht vor. Während es in anderen Bundesländern andere Regelungen gibt, handelt es sich in Niedersachsen nur um den Wunsch einiger weniger Kindertagesstättenbetreiber. Die meisten Kindertagesstätten verlangen diese Untersuchungen nicht.
  • Medizinisch gesehen ergibt es wenig Sinn, solche Untersuchungen durchzuführen. Selbst mit einer gründlichen körperlichen Untersuchung können wir nicht sicherstellen, dass ein Kind in den nächsten Tagen keine ansteckenden Krankheiten entwickelt. Daher erscheint es fraglich, ob diese Untersuchungen wirklich dazu beitragen, die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern.

Zur Bestätigung der Masern-Impfung genügt die Vorlage des Impfausweises, eine ärztliche Bescheinigung ist nicht notwendig. Aufgrund der derzeitigen Engpässe in der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen stellen wir diese Bescheinigungen nicht aus. Wir empfehlen stattdessen, sich an diese Anleitung des Bundesministeriums für Gesundheit zu halten (siehe auch hier).

Osteopathische Behandlungen werden angeboten für eine Vielzahl von Beschwerden bei Säuglingen (und älteren Kindern). Die Wirksamkeit ist jedoch nicht wissenschaftlich anerkannt. Deshalb rate ich von Osteopathie ab und stelle entsprechend auch keine Bescheinigung für die Kostenübernahme durch einige Krankenkassen aus.

Wie bei allen Beschwerden und Krankheiten Ihres Kindes sage ich Ihnen jedoch eine gründliche Untersuchung und Beratung zu möglichen Therapien zu.

Das RS-Virus wird als Tröpfcheninfektion übertragen. Es verursacht hauptsächlich in den Wintermonaten Infektionen der Atemwege, oft nur eine Erkältung. Säuglinge sind besonders gefährdet, schwerer zu erkranken, z. B. an einer Bronchiolitis (Entzündung der kleinen Bronchien) oder Lungenentzündung. Im ersten Lebensjahr erkrankt etwa jedes dritte Kind, jedes 50. muss im Krankenhaus behandelt werden. Die Behandlung ist symptomatisch wie Fiebersenkung, manchmal spezielle Inhalationen (oft unwirksam), selten Sauerstoffgabe oder künstliche Beatmung.

Nirsevimab (Handelsname Beyfortus) ist ein recht neues Medikament, das die Wahrscheinlichkeit für RSV-Infektionen, v.a. schwere Erkrankungen, verringern kann. Es handelt sich um einen monoklonalen (“künstlichen”) Antikörper, der einmalig in den Oberschenkelmuskel gespritzt wird.

Obwohl Nirsevimab keine Impfung darstellt, wurde die Empfehlung dafür ebenfalls von der STIKO ausgesprochen. Die Wirksamkeit und Nebenwirkungen wurden sorgsam beurteilt.

Alle Säuglinge, die von April bis September geboren wurden, sollen Nirsevimab im Herbst erhalten.

Alle Neugeborene und Säuglinge, die von Oktober bis März geboren werden, sollen Nirsevimab möglichst rasch nach der Geburt erhalten, idealerweise noch in der Geburtsklinik.

Es gibt keine speziellen Gegenanzeigen. Die Nebenwirkungen umfassen (wie bei Impfstoffen) Fieber, Unwohlsein, Schmerz und Hautausschlag. Denkbar sind auch allergische Reaktionen bis zum allergischen Schock.

Sollte ein Kind wegen einer Krankheit die Schule nicht besuchen können, sind die Eltern für entsprechende Mitteilung an die Schule („Schulentschuldigung“) zuständig. Dies gilt zunächst auch für häufigere oder längere Fehlzeiten.

Meines Erachtens sind ärztliche Atteste nur angezeigt, wenn es begründeten Zweifel an der Erkrankung gibt, bei Häufung, langer Dauer oder wenn Fehltage unentschuldigt bleiben. In diesen Fällen unterstütze ich die Schulen in der Überwachung der Einhaltung der Schulpflicht. Dafür bitte ich um das Ausfüllen dieses Formulars durch die Schule.

Unspezifische Regelung wie „Attestpflicht ab dem 3. Erkrankungstag“ halte ich nicht für zielführend und werde entsprechend solche Atteste auch nicht erstellen.

Aus verschiedenen Gründen ist es manchmal sinnvoll oder notwendig, auch Kindern Medikamente in Tablettenform zu geben. Einige Kinder schaffen dies auch “ganz natürlich”, andere tun sich schwerer.

Das Schlucken der Tabletten kann mit den folgenden Tipps erlernt werden - am besten in einer Phase, in der das Kind gesund ist:

Vorbereitung

  • Kinder ab etwa 5 Jahren können das Tabletten schlucken erlernen.
  • Nehmen Sie sich für das Training etwas Zeit, finden Sie einen ruhigen Moment.
  • Das Kind darf das Getränk selbst bestimmen: Wasser, Tee, verdünnte Fruchtsäfte oder andere Flüssigkeiten (auch sonst verbotenes…) sind erlaubt. Die meisten Medikamente dürfen auch mit Milch eingenommen werden. Die Flüssigkeit sollte aber nicht dickflüssig sein; Trinkjoghurt ist also ungeeignet.
  • Sie benötigen eine kleine, zusammendrückbare Flasche, die randvoll gefüllt wird.
  • Übungstabletten können sein (von klein zu groß): Dragées, Schokolinsen, Lutschdragées.

Jetzt geht es los!

  • Zunächst einen Schluck trinken, damit der Mund nicht trocken ist.
  • Die Tablette auf die Mitte der Zunge legen.
  • Die Flaschenöffnung mit den Lippen kräftig umschließen.
  • Kopf langsam und nur leicht in den Nacken legen.
  • Jetzt 3 kräftige Schlucke aus der Flasche ziehen - damit das gut klappt, die Flasche leicht zusammenpressen. Die Flasche muss randvoll sein.

Abbildung Tabletten schlucken
  • Die Tablette ist geschluckt!
  • Weiter üben, ggf. mit größeren Übungstabletten üben.

Überweisungen sind auch im folgenden Quartal gültig (siehe diese Information der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen), auch wenn einige entgegennehmende Praxen anderes behaupten.

Wir werden solche Überweisungen nicht aktualisieren.

Die Vorsorgeuntersuchung U2 wird meist zwischen dem 3. und 10. Lebenstag durchgeführt. Dies bedeutet für uns als Praxis, dass es recht wenig Vorlaufzeit für eine Terminvereinbarung gibt.

Wir haben einzelne Termin reserviert, bitten aber um Terminabsprache noch aus der Geburtsklinik heraus. Nur wenn noch ein Termin frei ist, kann diese Untersuchung bei uns durchgeführt werden.

Beratungsangebote

Vor Ort:

Sprechzeiten
Montag: 8 bis 12:30 und 14 bis 17 Uhr
Dienstag: 8 bis 12:30 und 14 bis 17 Uhr
Mittwoch: 8 bis 13 Uhr
Donnerstag: 8 bis 12:30 und 14 bis 17 Uhr
Freitag: 8 bis 14 Uhr

Telefonzeiten
Montag: 8:15 bis 11 und 14:15 bis 16 Uhr
Dienstag: 8:15 bis 11 und 14:15 bis 16 Uhr
Mittwoch: 8:15 bis 11 Uhr
Donnerstag: 8:15 bis 11 und 14:15 bis 16 Uhr
Freitag: 8:15 bis 11 Uhr
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